Beim minimalistisch gehaltenen Horrorstreifen „The Vigil – Die Totenwache“ geht es um jüdische Traditionen und demenzkranke Schicksale. Das alles klingt nach einer interessanten Mixtur. Doch kann Keith Thomas’ Erstlingswerk tatsächlich überzeugen?
Inhaltsverzeichnis
Die Handlung
Seit Jahrtausenden praktizieren gläubige Juden das Ritual der Totenwache. Wenn ein Gemeindemitglied stirbt, bleibt rund um die Uhr ein Wächter, der Schomer, bei der Leiche. Er rezitiert die Psalmen, um der Seele des Toten Trost zu spenden und sie vor dem unsichtbaren Bösem zu beschützen. Meistens handelt es sich um einen Verwandte oder Freund der Familie, doch es gibt auch bezahlte Schomer. Sie werden beauftragt, die Totenwache zu halten, wenn es sonst keiner tun kann …
… und irgendwie schafft es Rabbi Shulems (Menashe Lustig), Yakov Ronen (Dave Davis) doch noch zu überreden, spontan die Totenwache bei Rubin Litvak zu halten. 400 Dollar für fünf Stunden – Yakov braucht das Geld und sagt zu.
Die Frau des Verstorbenen will ihn jedoch nicht im Haus haben. Er soll gehen, weil er ungeeignet für diese Aufgabe ist. Rabbi Shulems macht Yakov dennoch Mut. Schließlich sei die Frau schon lange an Alzheimer erkrankt und nicht mehr zurechnungsfähig. Nach Mitternacht hört Yakov im Obergeschoß seltsame Geräusche. Wenn er nur wüsste, dass das erst der Anfang einer langen Nacht ist.
Filmkritik „The Vigil – Die Totenwache“
Hinter einer Blumhouse Produktion verbirgt sich häufig ein gelungener Film aus dem Horrorgenre. Mitunter allerdings auch ein vor allem kostengünstig produzierter. „The Vigil – Die Totenwache“ gehört zu dieser Kategorie. Drehorte und Protagonisten sind reduziert in Szene gesetzt. Zimmer, Haus, Straße – das war’s schon. Selbst die Rückblenden zeigen immer wieder nur ein Szenario. Hier hätten wir uns ein bisschen mehr Abwechslung gewünscht.
Das Ganze färbt nämlich auch auf die Geschichte ab. Sie bietet kaum Fülle. Obwohl es ja nicht nur um die Aufgabe der Schomer geht, sondern auch um Dämonen. Der Hauptgegner in diesem Fall heißt Mazik, der sich einen neuen Wirt sucht. Den Kampf, den Yakov dabei führt, hätte man locker noch dramatischer ausschmücken können. Zum Glück sind mitunter einige spannende Aufnahmen zu sehen. Das Ganze bleibt aber vorhersehbar.
Es gibt weder einen hohen Gewaltgrad, noch blutige Szenen. Der ganze Film ist recht dunkel gehalten. Damit erzeugt Regisseur Keith Thomas eine beängstigende Stimmung: im Haus eines Toten, mit einer fremden Person. Es fällt somit nicht schwer, sich in die Situation von Yakov hineinzuversetzen. Die Schreckmomente sind gut verteilt auf die knapp 90 Minuten. Hier lässt Thomas aber nicht nur Bilder sprechen. Hervorzuheben sind die voluminös klingenden Soundeffekte, die dem Film eine moderne Note verleihen.
Die Versionen
Kinostart von „The Vigil – Die Totenwache“ ist der 23. Juli 2020. Der Film ist ungeschnitten und hat eine FSK-Freigabe ab 16 Jahren.
Das Urteil von Horrormagazin.de
Mittelscharfe Dämonenkost mit wenig Licht, aber einigen gut dosierten Spannungsmomenten.
Der offizielle Trailer zum Film "The Vigil – Die Totenwache"
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen